Fehler passieren ständig und überall – manche haben eine größere Auswirkung als andere aber erfreulich sind sie eigentlich nie.

Doch woran liegt es, dass die Welt und die Technologie immer fortschrittlicher werden, aber eine fehlerfreie Produktion immer noch nicht gewährleistet werden kann?  Dies hat vielfältige Gründe: Der Druck auf die Unternehmen wird immer größer. Innovationszyklen und die Zeit von der Idee über das Konzept bis zur Her­stellung und Auslieferung an den Kunden werden immer knapper, die Time-to-Market immer kürzer. Es steht also immer weniger Zeit zur Verfügung im Vorfeld Gedanken und Überlegungen für die Produktentwicklung aufzuwenden. Viele Einflussfaktoren werden dadurch nicht bedacht und die Testphase verringert sich auch aufs minimale. Als weiterer Aspekt kommt hinzu, dass das Customizing höher wird, alle Produkte werden immer individueller, Stückzahl 1 wird Standard. Das fängt beim konfigurierbaren Müsli an und hört beim Auto auf, das man sich schon seit vielen Jahren nach seinen persönlichen Vorstellungen zusammenbauen kann. Die Kunden werden anspruchsvoller und die Marktchancen sind gering, wenn man sich demgegenüber unflexibel aufstellt. Das perfekte Produkt für alle zusammen gibt es nicht, aber jeder möchte für sich das perfekte Produkt haben. Ein Luxus der oftmals der Produktqualität zu lasten fällt. Doch diese muss trotz allem hervorragend sein und ein dazu noch günstiger Preis wird stillschweigend vorausgesetzt.

Qualität als Anforderung

Doch nicht nur die Kunden stellen neue Anforderungen, auch steigende Anforderungen an Umweltauflagen, immer mehr Normen, Compliance, Social Responsibility usw. haben Einfluss auf die Produktwelt, in der wir uns momentan bewegen. Es wird immer schwieriger, die richtigen Produkte in der richtigen Qualität zu liefern. Diese Veränderung passiert immer schneller. Wir können sie nicht stoppen, sondern müssen uns an diese Gegebenheiten anpassen. Die Anpassung darf aber nicht zu Lasten der Produktqualität und der Sorgfältigkeit gehen – wie es momentan leider häufig der Fall ist.

Ist diese Entwicklung nicht frustrierend? Und ist es nicht frustrierend, immer und immer wieder Fehler zu machen? Eine große Fehlerhäufigkeit hat vor allem noch weitere Konsequenzen: Verzögerte Termine, schlechte Qualität und am Ende unzufriedene Kunden, die im schlimmsten Fall nicht mehr zurückkommen. Wir verlieren also mit der Anpassung an die Marktanforderungen genau die Kunden, für die wir uns angepasst haben. Das klingt nach einem Teufelskreis, der durchbrochen werden muss. Doch wie? All diesen Verlusten muss jedes Unternehmen begegnen. Seit einigen Jahren wird versucht, diese Herausforderungen mit Hilfe der Ideen der Digitalisierung und Industrie 4.0 zu bewältigen. Doch reicht das aus? Wir hinterfragen nicht die Sinnhaftigkeit dieser Trends. Wir hinterfragen nur die Vollständigkeit und versuchen uns Digitalisierung und Industrie 4.0 für unsere Ansätze zu Nutzen zu machen. Um einen Ansatz zu entwickeln müssen wir aber auch zurück zum Ursprung – zurück zu den Fehlern.

Mit der Fehlerentstehung und der Fehlerverhinderung werden wir uns im nächsten Beitrag unserer Null Fehler sind möglich Reihe auseinandersetzen.