Zehnerregel, Fehler verhindern, keine Zeit, frühzeitig entdecken – das alles haben wir in den vorherigen Blogartikeln schon angesprochen. Alles auch ganz logisch und verständlich. Doch nun kommt die interessantere Fragestellung: Ist Industrie 4.0 die Lösung gegen Fehler? 

Viele Unternehmen setzen darauf, ihre Herausforderungen mit den Möglichkeiten von Industrie 4.0 zu lösen. Doch oftmals ist hierbei die einzige Empfehlung, die IT-Investitionen in der Fertigung und die Anzahl von Consulting-Tagen weiter zu erhöhen. Das allerdings kann nicht die Lösung sein und ist sie auch nicht. Denn dadurch werden in der Regel nur Kosten produziert und keine nachhaltigen Ergebnisse erzielt. Das wiederum schafft Misstrauen und Vorbehalte gegenüber IT-Lösungen zur Produktionsoptimierung, obwohl durch den pragmatischen Einsatz bereits existierender Lösungen signifikante Verbesserungen erzielt werden können.

Also Industrie 4.0 ist nicht die Allround-Lösung gegen alle Probleme. Denn was bis heute immer noch meistens übersehen wird, ist eine zwingend notwendige Verzahnung zwischen Qualität, Produktion, Prozess und Organisation. Doch wieso ist das so entscheidend? Ein isoliertes Nebeneinander und mangelnde Kommunikation führen zwangsläufig zu Effizienzverlusten und Wiederholfehlern und verhindern das Lernen aus Fehlern. Viele Gedanken und Konzepte im Industrie 4.0-Umfeld sind keine neuen Erkenntnisse oder Technologien. Sie müssen ledig­lich in einen gemeinsamen Kontext gesetzt werden, wodurch sich neue Möglichkeiten ergeben, Prozess- und Produkt­qualität, Produktivität und letztendlich Wettbewerbsfähigkeit und Kundenzufriedenheit zu steigern.

Doch was bringt uns Industrie 4.0 in diesem Kontext nun?

Die Aufgabe in den Unternehmen liegt also darin, den Anforderungen gerecht zu werden, das heißt bekannte Fehler dürfen erst gar nicht auftreten, die Produktion muss wandlungsfähig und für den Fall der Fälle muss am Ende alles rückverfolgbar sein. Lösungen müssen sich den Bedürfnissen der Anwender anpassen, vor­han­dene Standards und Technologien einsetzen und für eine sinnvolle Integration vorhandener und funktio­nie­render Systeme sorgen. Nur so können die über die ge­samte Wertschöpfungskette entstehenden Informa­tionen sinnvoll analysiert, aggregiert, gefiltert und nutz­bringend verteilt werden. In diesem Sinne dient Industrie 4.0 dann den Unter­nehmen und hilft Ihnen, erfolgreich in die Zukunft zu blicken.

Die Umsetzung

Wie sieht nun ein konkreter Ansatz aus? Eigentlich ganz einfach: Alle Einflussgrößen und Parameter müssen identifiziert und ganzheitlich betrachtet werden. Eine Misserfolgsquote von über 70% bei bisherigen IT-Projekten beliebiger Größe, Laufzeit und Funktionsumfang zeigt jedoch, dass dies in der Realität nicht einfach, sondern sehr komplex ist. Eine andere Herangehensweise wird daher benötigt. Mit dieser neuen Herangehensweise werden wir uns beim nächsten Mal beschäftigen.